• Hallo - ab sofort gibt es hier eine neue Forensoftware - und die Registrierung klappt auch wieder. Die Installation ist frisch - daher seht mir nach, wenn noch nicht alles funktioniert und vielleicht manches noch fehlt. Das wird noch :) Gruß Markus Admin

"Schwarzfunker" in der DDR.

G

Gelöschtes Mitglied 4942

Guest
Moin!

Hat ein Forums-Mitglied detaillierte Informationen über illegalen Funkbetrieb im CB-Bereich in der DDR?

Was ich im www. gefunden habe, ist eher dürftig (Frequenzbereiche, Technik).

Vor paar Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Nachbarn, der Funker bei der NVA war und sich auch privat mit Funkempfang beschäftigt hat.
Der Mann erklärte, das es illegalen Funkbetrieb im CB-Band gab.
LKW-Fahrer aus dem Westen hätten an Transitstrecken Funkgeräte an Interessenten übergeben, oder diese dort abgelegt.
Diese Geräte wären mitunter umgebaut/ergänzt worden, um in der Betriebsart "A2" arbeiten zu können.
Das sollte die Erkennung (Stimme) für die Funkaufklärung der Behörden erschweren.
Denkbar wäre das, und Fachleute gab es dort selbstverständlich auch.

Danke für Eure Antworten.

73-Bernhard.
 

Felis

Member
Kommt darauf an, was du genau wissen willst..?
Ich war in den1980ern "ständiger Grenzgänger" und hatte auch einigen Kontakt zu CB-Funkern dort.

Auch wenn bereits der Besitz der CB-Geräte verboten war, gab es nicht wenige Funker dort. Ich habe einiges an Equipment in den Jahren rüber geschafft und eigentlich war das Interesse von staatlicher Seite an der Technik recht gering. Wenn mal jemand ins Fadenkreuz kam änderte sich dies natürlich schnell.
War alles portabel und der Funkbetrieb lief auch immer über fremden Grund. Wobei es auch Geräte in Betrieben gab, die dort versteckt waren, aber auch betrieben wurden.
Aber vieles aus der DDR mutet heute für Wessis (noch) surreal an... aber die Zeiten ändern sich gerade...
Eine "Blütezeit" erlebte der CB-Funk dann zur Wende, wo viele Informationen und Absprachen darüber verbreitet wurden.

Die Geschichte mit den LKW-Fahrern kann ich aber nicht so bestätigen. Die meisten Geräte wurden meines Wissens über die "Balaton-Route" eingeführt und ein kleiner Teil kam durch Geschäftsreisende wie mich..

Der Sprechverkehr erfolgt mit vielen Arten der Verfremdung, zur Not auch das Taschentuch über dem Mikro, verwendet.
Spezielle Umbauten für diesen Zweck kenne ich nicht..?? - Wäre auch nicht praktisch gewesen, weil die Gegenstelle diese Modifikation ja auch benötigt hätte. Die oberste Prämisse waren kurze Mitteilung und viel Stellungswechsel, um nicht entdeckt zu werden, wobei die meiste Zeit aus 'hören' bestand.
Ziffernsysteme, wie das von mir verwendete, sowie andere Verschleierungstechniken wurde damals vielfach verwendet.

Vor Corona konnte man auf Ost-Flohmärkten noch viele CB-Funker aus dieser Zeit finden. Viele ältere Funker im Osten, die heute noch aktiv sind, waren auch damals schon dabei..

Ich kann auch nur das erzählen, was ich erlebt habe, aber vlt hilfts dir..?

Gruss Felis
 
G

Gelöschtes Mitglied 4942

Guest
Hallo Felis,

danke für Deine Informationen zu diesem Thema!
Es interessierte mich insofern, das wir hier im Westen kaum etwas darüber wussten.
Was dieser Ex-NVA-Funker mir erzählte, muss wohl schon länger zurückliegen, da war an Wende noch nicht zu denken.
Der Mann war in einem Fernmelderegiment der NVA, zuletzt als Unteroffizier in einer FuSt. in der Nähe von Berlin eingesetzt.

Der Umbau/die Erweiterung eines CB-Gerätes auf "modulierte Telegrafie" dürfte m.E. recht einfach sein. Es müsste über die Mic-Buchse zu realisieren sein, mit einem Tongenerator von 800Hz. Entweder über ein Relais Ton und Träger tasten, oder bei Tx Träger stehen lassen und den 800Hz-Ton tasten.
Empfängerseitig wären da keine weiteren Maßnahmen notwendig.
Die Leute dort werden schon gewusst haben, wie sie das hinbiegen. Die waren schon fit.
Auch habe ich mal gelesen, das in der DDR doch verhältnismäßig viele Leute Telegrafie beherrschten, bedingt durch die Mitgliedschaft in der GST.
Stand mal auf irgendeiner Funkseite im Netz.

73-Bernhard.
 

Felis

Member
Hallo Bernhard,

ich kann dir nur aus der Zeit ab den 1980er Jahren erzählen. alles andere wäre nur "mal gehört".
Nachdem ich nahe dem Zaun aufgewachsen bin, hatte so schon früh Kontakte in die DDR, und war später durch den Job regelmäßiger Ostzonen-Grenzgänger (nicht nur DDR). Eigentlich bin ich in beiden Welten groß geworden und muss heute in letzten Lebensdrittel sagen, dass der Osten die für mich schönere Seite, mit vielen Erinnerungen war. Während aus der Zeit in jungen Jahren im Westen so gut wie nichts geblieben ist...

Es ist schwierig den Osten zu erklären, weil durch die Regierung/Stasi "Parallelgesellschaften" etwas ganz normales waren. Solange diese Aktivitäten nicht die Interessen der Regierung tangierten interessierte sich diese nur in so weit dafür, dass die Stasi alles überwachte und dazu Protokoll führte.
Wenn man als Wessi in den Osten kam, waren so viele Dinge merkwürdig - Aber keinesfalls so, wie man dies erwartet hätte und spätestens auf den zweiten Blick vollkommen verwirrend.

Es gab auf den ersten Blick, einen sichtbaren Mangel an vielen Dingen, doch wenn man etwas tiefer schaute war das gar nicht so. Es gab unzählige Netzwerke, jeder kannte irgendwen, der auch jemand kannte, usw. An Ende war eigentlich nur die Beschaffung anders als im Westen, aber einen echten Mangel gab es nur punktuell (so wie bei uns mit Toilettenpapier vor einigen Monaten).
Die Frau an der Kasse im Konsum war bei der Stasi, jeder wusste es - keiner intressierte es. Und sie war eine begeistere CB-Funkerein...

Die Organisation in der DDR, die eigentlich zur Gleichschaltung dienen sollte, war letztlich die Keimzelle von der vieles ausging. Bereits in den Jugendorganisationen wurden von den jungen Menschen erste landesweite Kontakte geknüpft (teilweise auch darüber hinaus). Dies zog sich dann so durch über den Wehrdienst, bis zum Job..
Über die Jahre hatte man so viele Kontakte, dass es fast immer eine Möglichkeit gab, den gewünschten Artikel zu bekommen.

Den ersten Kontakt zur Funktechnik hatten viele junge Menschen über die Jugendorganisationen und damit wurde auch Funktechnik für die private Verwendung , meist über den Urlaub in Ungarn oder Bulgarien beschafft. Selbst AFU-Technik war vielerorts vorhanden, wodurch auch außerhalb des 11m Bandes einiges lief. Da die Leistung immer auf das notwendige Maß begrenzt wurde (vornehmlich Kurzstrecke), war im Westen gar nicht so viel zu hören. Wenn man wie ich sehr nahe zum Zaun lebte, bekam man jedoch einiges mehr mit.

Durch den großen Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft, aber vor allem den Bastlergeist entstanden so viel Dinge, die eigentlich illegal waren.
Und selbst wenn jemand "das Interesse der Stasi" geweckt hatte, bekam er oft über seine Kontakte eine vorherige Info.
Letztlich war es damals eine vollkommen andere Kultur und Lebensweise, die in der Zeit nach der Wende leider weitgehend vom Westen zerstört wurde.
Heute besinnen sich aber nicht wenige im Osten, auf diese alte, teilweise gar nicht selbst erlebte Zeit zurück und erste neue Gruppen entstehen. Aktuell sind es vornehmlich "Prepper"-Gruppen (aus Wessi.-Sicht) zu denen ich Kontakt habe, Einige davon haben die letzten Monate/Jahre neu formiert, einige wurden auf Basis alter Verbindungen reaktiviert.
 

micha

Member
Ich bin hier im Osten des Bundeslandes Brandenburg zu Hause, nahe der polnischen Grenze, auf dem Dorf und das schon seit etwas mehr als einem halben Jahrhundert. Damals war bei uns in der DDR CB-Funk allgemein kein Thema. Wir hatten einen gesicherten Arbeitsplatz, kostenlose medizinische Versorgung und solche Sachen wie z.B. Finanzamt waren uns unbekannt. Zwar hatte man nur selten als Privatperson einen eigenen Telefonanschluss, aber man vermisste diesen auch kaum. Wollte man seine fernen Verwandten kontaktieren, so beherrschte man noch die Kunst des Briefeschreibens, was sich in heutigen Zeiten von SMS & Co kaum Jemand noch vorstellen kann. Kommunikation hatte man ansonsten genügend am Arbeitsplatz und Neuigkeiten erfuhr man nach Feierabend am Stammtisch beim Bier (0,33l) für 40 Pfennige. Normalerweise kam mit dem Funk erstmals in der Berufsschule in Verbindung. Hier bot, in Hinsicht auf den späteren Dienst in der NVA (Nationale Volksarmee), die GST (Gesellschaft für Sport und Technik) wahlweise Lehrgänge zur Morse-Telegrafie bzw. zur Erlangung des Führerscheins für LKW an. Wer, so wie ich, praktisch dachte, machte den Führerschein, denn der Preis von 80 Mark war unschlagbar günstig. Wer sich intensiver mit dem Funk beschäftigen wollte, konnte dies auch in einer Amateurfunk-Sektion der GST, in seiner Freizeit, weiterführen. Zu jener Zeit hatte ich auch noch nicht viel mit Elektronik im Allgemeinen am Hut. Das kam erst ein paar Jahre später, als ich mich vermehrt in der Freizeit als DJ betätigte. Das Angebot an Ton- und Lichttechnik war damals nicht umwerfend und wenn’s was gab war’s sehr teuer. Also bastelte man selbst ein paar Lautsprecherboxen oder ein paar Lichteffekte. So war ich schon erstmal „elektronisch vorbelastet“ und nachdem die DDR dann unterging und wir mit dem neuen, großen Kosumangebot des „Westens“ überschüttet wurden, sah man erstmal was es doch so alles gibt. Im ersten großen Katalog von Conrad-Elektronik stach mir ein Set „Pocket Phone“ Walkie-Talkies ins Auge. Für weniger als 50 D-Mark war das zum Einstieg recht erschwinglich und bei einem Monatslohn von ca. 800 D-Mark im Bereich des Möglichen. Der Eine oder Andere griff schon mal etwas tiefer in die Tasche und man hörte von so einigen Funkerlebnissen. Die damals noch erhältliche Monatszeitschrift „CB-Funk“ beflügelte die Begeisterung für die neue Technik. Nicht allzu lange Zeit später legte ich mir dann schon zwei Handfunkgeräte des Typs „dnt scan 40“ zu. Damals mit einem Stückpreis von 379.- DM fast ein halber Monatslohn! Damit gelang dann aber schon mal ein erstes DX mit Finnland. So wuchs das Interesse am neuen Hobby beständig und mit ihm die Funkgeräte und Antennen.

73’s Michael
 
G

Gelöschtes Mitglied 4942

Guest
Moin!

Danke Felis und micha für die doch umfangreichen Erläuterungen!

Ich habe schon oft mit Leuten aus der ehem. DDR gesprochen, weil es mich interessiert hat.
Die Darstellungen der DDR waren dabei recht kontrovers, vermutlich entsprechend der Erfahrungen dieser Menschen.

Was ich mir gut vorstellen kann, ist die Sache mit dem "Zusammenhalt" und die Existenz gewisser "Parallelgesellschaften".
Der "Mangel" an manchen Dingen förderte sicher auch die Kreativität und die technischen Fähigkeiten der Leute.

Im Westen war es mit Beginn des Witschaftswunders auch nicht mehr so mit der Solidarität i. d. Bevölkerung - wurde mir so erzählt. Bestimmte Kreise wohl ausgenommen.

Das mit den sicheren Arbeitsplätzen, niedrigen Preisen usw. hatte ja seinen Grund. Vieles wurde vom Staat subventioniert.
Das war meiner Meinung nach auch ein Grund für den Untergang der DDR.
Der Staat lebte viele Jahre über seine Verhältnisse, war hoch verschuldet.
Auch wurden viele gute Erzeugnisse für Devisen in den Westen "verramscht".
Beispiel: In den 70er Jahren kaufte ich mir in einem Radio/TV-Laden ein Kofferradio "STERN Elite de Luxe" für 98 DM. Was kostete das Gerät in der DDR, in Relation zum durchschnittlichen Einkommen gesehen?
Auch im Bereich der Kompensationsgeschäfte wurden viele Produkte weit unter den Herstellungskosten in den Westen geliefert.

Witschaftsexperten gab es auch in der DDR, aber es wurde nicht auf sie gehört - so wurde mir erzählt.
Es wurde mit dem Parteibuch entschieden.

Ich selbst war als Kind 3× in der DDR, zuletzt 1968. Die Grosseltern besuchen, meine Mutter stammte von dort, war aber bei Kriegsende im Westen.
Mir hat es dort überhaupt nicht gefallen. Einkaufen beanspruchte mehr als einen halben Tag, die Häuser, Strassen, öff. Verkehrsmittel in schlechtem Zustand. Alles "grau in grau" in den Städten.
Und dann gab es zu Silverster kein Feuerwerk zu kaufen - für mich als Kind damals unvorstellbar...

73-Bernhard.
 

micha

Member
Bernhard, auch wenn wir nun etwas vom eigentlichen Thema abschweifen, möchte ich Dir noch ein paar Infos mitgeben. Das Kofferradio "STERN Elite de Luxe“ kostete damals 660 DDR-Mark, was ungefähr dem Monatslohn eines durchschnittlichen Arbeiters entsprach. So verhielt es sich aber allgemein mit Waren dieser Art (eine aussagekräftige Liste findest Du unter http://www.ortschronik-briesen-mark.de/ddr_musem/DDR_Preise/index.html). Dafür waren jedoch Waren des täglichen Gebrauchs, wie auch Lebensmittel (Brötchen 5 Pfennige, ein Stück Mohnkuchen von Bäcker 37 Pfennige, 1kg-Weizenmischbrot 64 Pfennige) sehr günstig. Trotz Subventionen rechnete es sich jedoch letztendlich unterm Strich. Nun wollten die Leute jedoch auch Kaffee, Südfrüchte u.ä. und dies musste zumeist mit Devisen im Westen eingekauft werden. Diese Produkte wiederum zu einem erschwinglichen Preis der Bevölkerung anbieten zu können verlangte nach Subventionen und diese machten die Wirtschaft letztendlich kaputt. Hinzu kam auch noch, dass viele vielversprechende, technische Innovationen an irgendwelchen „Betonköpfen“ scheiterten, aber das kennt man ja teilweise auch heute noch. Wie auch heute war damals das Lebensniveau nicht flächendeckend gleich. Dass Häuser, Straßen, öffentliche Verkehrsmittel und vieles mehr in schlechtem Zustand war traf nicht generell zu. Schlechte Straßen kann man heute noch hier und da in ganz Deutschland finden und wenn der Bus etwas klapperte, so fehlte wohl gerade ein Ersatzteil aus Ungarn, dafür war er aber sauber. Wenn ich heute wilde Schmierereien an Häusern, Bussen und Bahnen sehe wird mir schlecht, so etwas kannten wir damals nicht. Übrigens kostete damals eine Busfahrt im Stadtverkehr 20 Pfennige und der Kilometer mit der Bahn 10 Pfennige. Auch wenn man auf ein Auto 10 Jahre warten musste, so kam man stets preiswert zur Arbeit und in den Urlaub, das auch umweltschonend. Feuerwerk bekam ich eigentlich fast jedes Jahr zu kaufen, auch wenn man, wie z.B. bei begehrten Schallplatten, sich bis zu drei Stunden anstellen musste. Man brauchte eben etwas „Stehvermögen“. Wollte man mal etwas Besonderes, so musste man nach Berlin fahren. So fuhr auch ich in den 80ern öfter mal mit der Bahn dorthin. Dort gab es z.B. Nationalitäten-Läden von Polen, Bulgarien und der Tschechoslowakei. In diesen konnte man schon mal, in Nachpressung von Balkanton, eine Doppel-LP von Queen kaufen und war dann stolz wie ein kleiner König.

Man musste damals als „Schwarzfunker“ schon absoluter Fan sein und wenigstens mal mit dem Thema in Berührung gekommen sein, aber der Großteil der Menschen hatte andere Probleme.

Heute sind wir, zumindest in meiner Region, schon wieder in Punkto Jedermannfunk in den 80ern angekommen. Ob CB-Funk, Freenet oder PMR, wenn Du hier tagsüber und auch abends die Kanäle scannst und überhaupt mal Jemanden hörst, ist’s schon fast als fänden Ostern und Weihnachten am selbigen Tag statt, ausgenommen natürlich Kanal 9AM. In den 90ern fand man kaum einen freien Kanal und heute herrscht Totenstille – „Vielen Dank auch liebes Handy!“. Gäbe es nicht noch auf 11m sporadische DX-Bedingungen, so hätte wohl auch ich schon das Hobby begraben.

73's Michael
Wünsche Dir, wie allen Anderen auch, ein schattiges Fleckchen bei der brütenden Hitze!☀
 
G

Gelöschtes Mitglied 4942

Guest
micha,

danke für Deine Info zum "STERN"-Kofferradio und den Link zu den Preisen in der DDR.

Den Fotoapparat "Beirette" habe ich mal im Schaufenster eines kleinen Fotoladens gesehen. Einen ganzen Stapel, blau-weisse Pappschachtel, wurde für 35 DM verkauft.
Bei einem Händler in Braunschweig hatte ich mir mal ein Luftgewehr bestellt. Der hatte sogar Ersatzteile dafür, sowie die Rundkugeln in Dosen.
Fabrikat war "Haenel Suhl". Auf dem Schaft war hinten ein Brandstempel (?) "GST" angebracht. Der gesamte Schaft war mehrfach mit einem zähen Lack gestrichen worden, wohl mehrfach und nachträglich. Ich habe ihn abgeschliffen und ihm einen Ölschliff verpasst.

Das mit den Subventionen kann in dem stattgefundenen Ausmaß keine Volkswirtschaft über Jahrzehnte aushalten. Wären nicht die Kredite und sonstige "Zuwendungen" aus dem Westen gewesen, so wäre die Wirtschaft der DDR vermutlich schon viel früher am Ende gewesen.

Aber auch nach der Wende sind manche Dinge falsch gelaufen und es wurde viel Geld "verbrannt".
Meiner Meinung nach spielten bei dem "Aufbau Ost" auch die Interessen von westlichen Konzernen, Banken usw. eine gravierende Rolle. Vermutlich auch ein Konkurrenzdenken.
Manche "Investoren" haben sich goldene Nasen verdient, auf Kosten der Steuerzahler. Aber das gibt es auch jetzt noch, und nicht nur in den östlichen Bundesländern, das heftig Gelder "verbrannt" werden.

73-Bernhard.
 

Felis

Member
Die Treuhand und die "Wendegestze" haben das Land systematisch ruiniert, die Gesellschaft zerstört und das verklärte Weltbild des rückständigen und faulen Ossis geschaffen. Ist ein großes und komplexes Thema, das bis heute, beispielsweise in Form des "Erbes der Wessis" überall in der Landschaft steht (verfällt).
Woher kamen den in den1970er und 80er Jahren all die Elektro- und Hausgeräte auf welche die Wessis so stolz waren?
Oder der Verkaufsschlager VW Golf..?
Aber egal, warum "das Kind im Brunnen ertränkt wurde", es ist nun 30 Jahre her und die Wenigsten wollten es sehen, geschweige denn verstehen.

Heute stehen wir wieder an so einer Stelle wie 1989, nur dass es diesmal um die Abwicklung des Westens und die Zerstörung unserer Gesellschaft/Familien geht. - Und wieder schauen die Meisten einfach weg!
Wer das Grundgesetz in diesem Land achtet, wird als Reichsbürger oder VTler gebrandmarkt. - Wer Bier tirnkt verbreitet Cororna. - usw.

Wer die Vergangenheit ignoriert, muss diese in der Zukunft eben nochmal durchleben..

Doch etwas zurück zu deinem Thema @Bernhard:
So traurig und frustrierend es ist die Entwicklungen der letzten Monate und Jahre mit ansehen zu müssen. Ich denke, wenn du sensibel und mit offenen Augen durch die heutige Welt gehst, wirst du Vieles erkennen, was deine Fragen zum Osten quasi beantwortet.
Die Ablehnung/Verachtung der Regierung, die Entstehung von Parallelgesellschaften,... aber auch die langsam aufkommende Erkenntnis alles selbst in die Hand nehmen zu müssen.

Gruss Felis
 
G

Gelöschtes Mitglied 4942

Guest
Nachtrag:
Ich meinte natürlich, das ich mir andere Ansichten NICHT zu eigen machen muss.

B.
 
G

Gelöschtes Mitglied 4942

Guest
Hallo Felis!

Richtig - dies ist nicht der Platz für die genannten Diskussionen.
Weil sie mit dem Thema absolut nichts zu tun haben. Es ging um illegalen Funkbetrieb in der DDR, um Geräte usw.

In unzähligen "Dokus" und Reportagen wurde in den letzten 30 Jahren über die Verhältnisse in der DDR berichtet, x-mal wiederholt. Zum Erbrechen.

Adipöse alte Vetteln jammerten über das teurere Brot und die schlechteren Brötchen nach der Wende.
Opas mit roter Knollennase sprachen über sichere Arbeitsplätze und ihren Zelturlaub an der Ostsee.

Was haben die Leute von dem anderen Wirtschaftssystem erwartet?
Das ihnen gebratene Gänse auf dem Tisch landen, oder das Manna vom Himmel segelt?

Die freie Marktwirtschaft, oder auch der Kapitalismus, ist nun mal knallhart.
Da können nicht 5 Betriebsschlosser eine Woche lang an einem fehlenden Ersatzteil Fräsen, Bohren und Feilen um dann nach Härten und Anlassen festzustellen, das es nicht der richtige Werkstoff war.
Das war die "Vollbeschäftigung" in der DDR, mit der sie mit wehenden Fahnen in die Staatspleite gesegelt ist.
Das war aber nicht der einzige Grund, wie bekannt.

Der vermeintliche "Wohlfahrtsstaat DDR" hatte seinen Preis - seinen Untergang.
Die Kredite, welche ein Schalck-Golodkowski locker gemacht hat, haben die Agonie dieses Staates nur noch verlängert.
Wie hoch waren denn die Staatsschulden der DDR, und wie war der Wechselkurs ihrer Währung auf dem Devisenmarkt?

Wo wird denn Deiner Meinung nach der Amateurfunk beschnitten?
Du meinst doch hoffentlich nicht das Mikrofonverbot am Steuer...?

Eventuell ist Dir bekannt, das eine noch niedrigere Linzenzklasse vor nicht allzu langer Zeit im Gespräch war. Also von den Prüfungserfordernissen noch unter der "DO"-Klasse. Man hat es wohl aber wieder verworfen, nach dem Gelächter in Fachkreisen.
Vermutlich hätte es diese Lizenz dann beim Pfarrer und Friseur, oder auch in der Dönerbude gegeben...
Da kann doch von Beschneidung oder weiterer Reglementierung keine Rede sein.

Ich habe schon Einige der "ewig Unzufriedenen" aus der Ex-DDR kennengelernt.
Manche haben's nicht verstanden, manche wollten's nicht verstehen.
Beides wäre gleich bedenklich.
Mal etwas abstrahiert ausgedrückt.

Interessant wäre es geworden, wenn zu Wendezeiten bei den "Freunden" im Kreml ein Anderer an der Macht gewesen wäre - so ein echter
"Hardliner"...

73-Bernhard.
 
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